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Folgendes hat Thomas Kaiser in dcsmm von sich gegeben und ich fand es so interessant, das ich es festhalten muss. Hauptsächlich für mich, aber auch für alle anderen, die es interessiert.
Ich hab ja früher auch das Hohelied von TimeMachine gesungen (und finde den grundsätzlichen Ansatz und die idiotensichere Umsetzung weiterhin genial). Aber ein riesiges Problem sind IMO die Exclusions, also was alles eben nicht ins Backup wandert, gerade wenn man einen kompletten Restore vorhat, denn wo kein komplettes Backup, da kein kompletter Restore möglich. 
Und es fehlt einfach viel zu viel in einem TimeMachine-Backup als das man einfach so ein Komplett-Restore einspielen könnte und anschließend so weiterarbeiten könnte, als ob nichts gewesen wäre.
Konkret: Was wird nicht gesichert:
* Alles, was Apple via StdExclusions.plist ausschließt, unter anderem alle Logs (sehr "schlau", wenn man nach Einspielen des Restores gucken will, warum das System, das man restaurieren musste, vorher in Schieflage geriet), Teile des Unix-Unterbaus, bspw. Ordner, die Postfix oder Apache2 brauchen, um überhaupt zu starten, unter MacOS X Server "praktischerweise" auch gleich noch *ALLE MAILS ALLER USER*, die unterhalb /var/spool/imap/user/ liegen, da /var/spool komplett ausgeschlossen ist, etc. etc. Außerdem sämtliche Cache-Folder, in denen viele Programme Proxy-Dateien für Spotlight unterbringen. Was hier fehlt, nach dem kann nach dem Restore auch nicht gesucht werden. D.h. neben einer allgemeinen Reindizierungs-Orgie, die Spotlight auf einem frisch aus TM-Backup restaurierten System anstößt, ist es nötig jedes einzelne Programm, das sich diesen Spotlight-Indizierungs-Mechanismen bedient, einmal mindestens wieder zu starten, damit das Neuerstellungs-Gerödel für diese Cache-Dateien beginnt und sich anschl. dann Spotlight erst drauf stürzen kann (bei meinem kleinen NetBook dauerte das Reindizieren des ganzen Schrotts ca. die dreifache Zeit, die der Restore an sich brauchte -- und das NetBook hat nur eine 16 Gbyte SSD + 16 GByte SD-Card) Man schaue einfach mal in /Library/Caches/ (nicht sooo spannend) bzw. vor allem mal in ~/Library/Caches/, v.a. dort der "Metadata"-Ordner", inwiefern einen das betrifft.
Bzgl. dem, was alles auf dem Weg global ausgeschlossen wird, einfach nachschauen: defaults read /System/Library/CoreServices/backupd.bundle/Contents/Resources/StdExclusions
* Dann gibt es noch eine globale Preference abseits StdExclusions.plist, die ebenfalls Ausschlüsse definiert, an die man so per GUI erstmal nicht drankommt. Abermals: Einfach nachschauen:
defaults read /Library/Preferences/com.apple.TimeMachine ExcludeByPath
* Dann noch alles, was passende EAs drankleben hat (also unter anderem Covers von iTunes). Wiederum einfach nachgucken:
mdfind com_apple_backup_excludeItem = "com.apple.backupd"
* Und dann erst wird noch das ausgeschlossen, was der _User selbst_ will und in den System Preferences einstellen kann:
defaults read /Library/Preferences/com.apple.TimeMachine SkipPaths
Dieser letzte Punkt ist wohl der Uninteressanteste (weil willentlich vom Backup ausgeschlossen). Aber all das andere da oben ergibt in Summe ein dermaßen unvollständiges Backup, daß das Versprechen, man könnte nach einem daraus hergestellten Komplett-Restore wie zuvor weiterarbeiten, schlichtweg falsch ist (Systemdienste wie Postfix + Apache2 starten erst gar nicht, Spotlight ist nicht nutzbar bzw. rödelt in Extremfällen schon mal einen halben bis ganzen Tag vor sich hin, es fehlen Nutzerdaten von denen iTunes-Cover noch die harmlosesten sind -- wie schon geschrieben: Wer unter MacOS X Server auf die integrierten Mailservices setzt und auf TM vertraut, der sichert seinen Maildatenbestand nicht
Es hängt natürlich alles auch ein bisserl davon ab, was man mit dem TM-Backup überhaupt anstellt, denn es gibt ja verschiedene Optionen, das Backup im Restore-Fall zu nutzen:
* Standard-Restore AKA "Desaster Recovery": Von System-DVD booten und den Menüpunkt "Time Machine Backup einspielen" nutzen (mit der 10.6er DVD lassen sich auf dem Weg sowohl 10.5- als auch 10.6-Installationen zurücksichern). Das ist die katastrophalste Variante, weil sich hierbei die Lücken im Backup am drastischsten auswirken (siehe oben). Das Versprechen lautet: Du kriegst einen 1:1 Restore Deines vormaligen Systems ohne jegliche Notwendigkeit, irgendwas neu zu installieren, herumzufummeln, etc. -- die Umsetzung hakt leider enorm, weil das Backup weit davon entfernt ist, für diesen Zweck vollständig zu sein.
* Neuinstallieren des Systems und manuelles Drüberstopfen eines Komplett-Restores. Man hat anschließend einen Mischmasch aus verschiedenen System-Versionen (Zeugs der Standard-Installation und Zeugs aus dem Backup), d.h. Einspielen des letzten Combo-Updates ist Pflicht (aber keineswegs Garantie, daß man nicht doch in irgendwelche obskuren Probleme anschließend rennt, die aus dem Mischmasch resultieren). Probleme mit nicht startenden Diensten hat man auf dem Weg eher nicht aber das Spotlight-Gerödel trifft einen trotzdem.
* Bisserl sinniger (weil eine semi-intelligente aber vollautomatische Komponente im Spiel): Neuinstallation des Systems, dann gleich den Migrations-Assistenten aufrufen und aus dem TM-Backup Daten migrieren lassen. Auch hier sollte man das letzte Combo-Update einspielen. Und auch das schützt einen nicht vor nicht mehr existenten Cache-Dateien (also Spotlight-Geröde und teils riesige Latenzen beim ersten Aufruf mancher Programme)
* Neuaufsetzen des Systems und lediglich Restaurierung von Benutzer-Accounts: Wenn man sich eh schon für aufwändige Handarbeit anstatt Einspielen eines möglichst vollständigen Backups (das ja bei TM systemimmanent nicht geht) entschieden hat, wird einem das ganze "Caches neu aufbauen" und Spotlight-Gerödel noch nicht mal groß auffallen. Hier dürfte die "User Experience" am Besten ausfallen (alleine schon das alberne Gefühl, wieder ein "sauberes System" am Laufen zu haben...)
Fazit: Wo kein vollständiges Backup, da kein Komplett-Restore möglich. Ein Restore zieht immer mehr oder weniger manuelle Nacharbeit und (eigentlich vermeidbares) mit-sich-selbst-Beschäftigung des Systems (Caches und Indizes wieder aufbauen, etc.) nach sich.
Das ist natürlich kein Argument gegen TimeMachine und für Blöd-Kloning (wie es viele ja trotz TimeMachine nach wie vor anstelle Backup betreiben und sich dabei nur vor einer einzigen möglichen Datenverlust-Quelle, zumal einer höchst seltenen, nämlich Harddisk-Ausfall, schützen)
Es ist eher die Anregung, zusätzlich zu einem überaus sinnvollen Nutzdaten-Backup (via TimeMachine) ab und zu einen Komplett-Klon des Systems anzufertigen. So ein Klon, auf den man im Bedarfsfall das aktuellste Komplett-Restore via TimeMachine klatscht, erscheint mir zur Zeit als die beste Variante des "Desaster Recovery" -- MacOS X 10.5/10.6 vorausgesetzt natürlich.
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